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17.11.2022 | reading time


MARKT UND MITTELSTAND - Wir schaffen das! 6 Gründe, warum es besser ist als es aussieht

Es sieht so aus, als befinden sich die Deutschen in einem Stimmungstief, das es unmöglich macht, Hoffnungszeichen wahrzunehmen. Wie ein psychisch kranker Patient, der unter Depressionen leidet, klammern wir gute Nachrichten einfach aus. Dabei sind sie inzwischen unübersehbar. Krise und Rezession sind zwar da, aber sie gehen zu Ende. Dafür gibt es sechs handfeste Hinweise.

 

Erstens: Die Gaspreise sinken wieder. Hauptgrund sind volle Gasspeicher in Europa. Füllstände über 90 Prozent sind die Regel, Belgien hat 100 Prozent erreicht, da geht kein Tropfen Gas mehr hinein. Mit sinkenden Energiepreisen geht – zweitens – die Inflation zurück. Die Maßnahmen der Zentralbanken tragen ihr übriges zur Trendumkehr bei. Drittens: Die Aktienmärkte haben jüngst von düster auf freundlich gedreht. An ihnen werden Erwartungen gehandelt, und die sind offenbar im grünen Bereich. Als Stimmungsaufheller dient auch, – viertens – dass nach allem, was man weiß, der weitere Verlauf in Sachen Corona eher überschaubare Folgen haben wird. In Europa sind Ärzte und Regierungen dazu übergegangen, die Infektion mit den alljährlichen Grippewellen im Winter abzuhandeln. Karl Lauterbach ist vermutlich der letzte, der noch mit Lockdowns rechnet. Klar wird auch, dass sich – fünftens – die Lieferketten entspannen. Das Problem besteht zwar, aber der Mittelstand kann damit besser umgehen: Der eine hat neue Lieferanten gefunden, der andere hat wieder mehr ins Lager gelegt. Und schließlich sechstens: Der Arbeitsmarkt bleibt stabil. Die Bundesagentur für Arbeit zeigt sich sehr vorsichtig, eine krisenhafte Entwicklung erwartet sie aber nicht, weil bisher auch keine Insolvenzwelle in Sicht ist.

 

Als Ergebnis all dieser Entwicklungen hat diese Woche das Münchener Ifo-Institut eine Umfrage veröffentlicht, die etwas im Schatten geblieben ist, weil sie ganz offenbar nicht in die allgemeine Depression passt: Nur 7,5 Prozent der Firmen in Deutschland sehen sich in ihrer Existenz bedroht, das sind deutlich weniger als zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie. „Angesichts der kräftigen konjunkturellen Abkühlung zeigen sich die Unternehmen sehr robust“, sagt der Umfrageleiter. Jetzt müssen wir ihm nur noch glauben.